Am frühen Morgen (gegen 04:00 Uhr) des 31.05. wurde ich dann von stärker werdenden Wehen geweckt. Sprössling Nr.2 wollte einfach nicht mehr länger warten und machte sich auf den Weg zu uns. Eigentlicher ET war der 13.06.15, doch er wollte unbedingt noch ein Mai-Kind sein ;) . Sprössling Nr.1 stand untyischer weise direkt nach mir auf und so kuschelten wir uns noch etwas aufs Sofa, bis ich dann Timo um kurz vor 06:00hr weckte und er Oma abholte. Gegen 08:00 Uhr fuhren wir allmählich und mit schon recht starken Wehen ins Krankenhaus, um 14.30 Uhr erblickte er das Licht der Welt und kurz nach 18:00 Uhr verließen wir es wieder mit ihm. Nur diesmal fest an meinem Körper gebunden <3.

Zuhause wartete Sprössling Nr.1 schon ganz ungeduldig auf uns. Und obwohl ich von der Geburt erschöpft war, freute ich mich sehr auf Zuhause.
Ich wollte einfach meinen „großen“ Jungen in den Arm nehmen und war total gespannt darauf wie er wohl auf seinen kleinen Bruder reagieren würde.

Die erste Begnung der beiden war mega süß. Sprössling Nr.1 freute sich zuerst so sehr darüber, dass ich wieder da war, dass er den kleinen gar nicht sofort bemerkte. Wir gingen dann erstmal alle ins Schlafzimmer auf unser Familienbett und stellten die beiden einander vor. Mein „großer“ wusste erstmal nicht so richtig was er davon halten soll, freute sich aber. Scheinbar war ihm zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht so recht klar, dass dieses kleine etwas nun bei uns bleiben wird. Allmählich schlug die Stimmung ein wenig um. Nicht dramatisch aber man merkte ihm da schon seine große Verunsicherung an. Er kratzte plötzlich extrem auf und wollte den kleinen immer mit seinen Fingern anpieksen. Als würde er abchecken wollen um was es sich hier handelt. Es schien teilweise so, als glaubte er es wäre nur eine Puppe. Doch diese „Puppe“ bewegte sich und weinte und leider bevorzugte er schon da das kleine Gesicht, die Nase oder er piekste ihm direkt ins Auge ^^.

Wir aßen dann noch gemeinsam mit Oma eine Kleinigkeit. Doch als Sprössling Nr.1 dann sichtlich geschafft vom Tag und den ganzen Eindrücken war, bat ich Oma nach Hause zu fahren damit wir uns erstmal alleine weiter beschnuppern und ins Familienbett zurückziehen konnten. Immerhin hatte ich nur wenige Stunden zuvor ein Baby geboren und war auch schon recht erschöpft.

Als wir am nächsten Morgen zu viert im Bett lagen und uns alle beschnupperten und ganz viel kuschelten, stand unsere kleine Welt ganz still. Ich war mega Glücklich und war ständig kurz davor einach los zu heulen. Einige Zeit später stand ich kurz auf und holte ein kleines Geschenk für Sprössling Nr.1 hervor, das wir noch extra für ihn besorgt hatten und symbolisch von seinem kleinen Bruder sein sollte. Er freute sich sehr und bespielte es ausgibig. Nachdem er allerdings so langsam begriff, dass das Baby nicht wieder geht, weinte Sprössling Nr.1 sehr viel. Fand er es doch so überhaupt nicht lustig wenn sich der kleine an meiner Brust oder allgemein in meiner Nähe befand. Immer häufiger sagte er „Weg, Weg!“ oder „Baby Weg!“ und versuchte ihn auch manchmal beiseite zu drücken wenn ich gerade stillte. Ich war hin und her gerissen. Einserseits hatte ich gerade ein Baby geboren, dass ich die ganze zeit einfach nur um mich haben und liebkosen wollte, andrerseits war da dieser wundervolle kleine Junge, meine erste große liebe, dem es damit sichtlich schlecht erging. Ich fing an alles in Frage zu stellen. Und fragte mich ob es nicht selbstsüchtig von mir war ein zweites Kind zu wollen. Unsere erste Woche war demnach für uns alle eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Bereits am Tag der Geburt von Sprössling Nr.2 bekam unser „großer“ außerdem Fieber und ich machte mir bereits ein wenig Sorgen um ihn. In den darauf folgenden Tagen baute Sprössling Nr.1 von Tag zu Tag etwas mehr ab. Er fieberte eigentlich durchgehend, sodass ich auch unsere Kinderärztin, die für die U2 des kleinen extra zu uns nach Hause kam, bat sich ihn einmal anzusehen. Doch bis auf das Fieber hatte und bekam er glücklicherweise nichts. Er war aber dadurch sehr müde und extrem appetitlos, sodass auch er sich hauptsächlich von Muttermilch ernährte. In diesem und in den Momenten in denen ich die beiden tandemstillte, war ich einfach nur froh ihn nicht vor der Geburt vom kleinen abgestillt zu haben. Denn durch das Tandem Stillen näherten sich die beiden einander an und Eifersucht war so auch kein Thema mehr. AUßerdem konnte ich durchs Stillen relativ entspannt bleiben und wusste, dass auch Sprössling Nr.1 gut versorgt ist. Nach dem Milcheinschuss und gefühlten 10kg-Brüsten, war ich zudem auch sehr dankbar für diese zusätzliche Abnahme ;-) .

Auch das gemeinsame Kuscheln und tragen half in den erste Tagen enorm. Wir versuchten ihn natürlich auch in die Pflege vom kleinen mit einzubeziehen aber das lehnte er immer ab. Dafür fand er es dann aber immer ganz toll, wenn unsere Hebamme kam und er ihr beim wiegen von Sprössling Nr.2 helfen durfte <3. In dieser für mich sehr Emotionalen Zeit suchte ich viel im Internet nach Rat und so verbrachte ich die Zeit des Stillens oder wenn die beiden mal schliefen, mit lesen. Hierbei halfen mir die Texte vom das gewuenschtestes-wunschkind und auch videos von Jesper Juul auf Youtube, wenn ich einfach schon zu müde zum lesen war. Texte die ich euch zu diesem Thema nur ans Herz legen kann:

Was uns außerdem sehr gut tat war diese intensive Zeit zu viert. Wir zogen uns komplett zurück, empfingen keinen Besuch und verbrachten die meiste Zeit im Bett, heißt die erste Zeit ja nicht umsonst Wochenbett ;-) und das machte diese Zeit auch wiederrum so zauberhaft. Einige verstanden dies vieleicht nicht aber das war mir egal. Ich wollte das unbedingt so machen und Timo unterstütze mich da zum glück auch in meinem Wunsch. Im nachhinein bin ich auch sehr stolz auf mich, hab ich doch einfach auf mein Bauchgefühl / mein Bedürfniss nach Ruhe gehört.

Zusammenfassend kann ich also sagen das es bei uns trotz dessen, dass wir uns gut vorbereitet gefühlt haben ganz anders gekommen ist. Wir waren in der ersten Zeit zu viert alle oft verzweifelt aber auch genauso oft unendlich gücklich. Wichtig ist das man an dieser herausforderung nicht dauerhaft verzweifelt oder sich im dem Gefühl nun eine schlechte Mutter / Vater zu sein, verliert. Denn mit der Zeit und wenn man einiges beachtet wird es besser und heute lieben sich die beiden (die meiste Zeit ;) ) . Aber dazu im 3 Teil der Serie mehr.

Fühlt euch umarm

Ela

 

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