Heute möchte ich eine kleine Serie zum Thema Geschwisterkinder starten, in dem ich euch unsere Erfahrungen dazu erzählen möchte. Sprössling Nr.2 ist nun bereits 5 Monate alt und wir können uns ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Doch das plötzliche Leben zu viert war anfangs alles andere als rosig, denn Sprössling Nr.1 fand es überhaupt nicht witzig Mama plötzlich teilen zu müssen. In der Zeit habe ich mich oft sehr schlecht gefühlt und hätte mir so einen Erfahrungsbericht von anderen Familien sehr gewünscht. Einen Erfahrungsbericht der zeigt, dass man sich und das Erstgeborene Kind noch so gut auf die kommende Situation vorbereiten kann, am Ende kann eben doch alles ganz anders kommen. Denn wir Familien sind nunmal alle einzigartig. Keine ist wie die andere, denn jedes Familienmitglied hat seine eigenen Bedürfnisse, Sorgen und Ängste. Diese gilt es anzunehmen, zu respektieren und zu stillen, damit niemand auf der Strecke bleibt.

Im ersten Teil möchte ich euch davon erzählen wie wir uns ab dem Zeitpunkt des positiven Schwangerschaftstests auf Sprössling Nr.2 vorbereiten haben, wobei es in erster Linie darum ging Sprössling Nr.1 darauf vorzuberieten das er bald ein großer Bruder sein wird und sich fortan Mama und Papa mit dem neuen Baby teilen muss, denn für uns war es ein absolutes Wunschkind, das unsere Familie vollenden sollte und dementsprechend glücklich waren wir zwei natürlich auch. Aber bevor ich nun schon alles vorweg erzähle, fang ich am besten einfach mal an ;-)

Ich weiß es noch als wäre es erst gestern gewesen, wir saßen morgens im Bett und ich erzählte Timo, dass ich seit gestern überfällig wäre ;-) . Bereits Tage zuvor hatte ich ein paar Schwangerschaftstests mit ablesbarem Ergebnis besorgt damit wir gar nicht erst rumspekulieren mussten, doch als dann plötzlich tatsächlich das Wörtchen SCHWANGER auf dem Display erschien bekamen wir uns gar nicht mehr ein vor Freude ^^ .

Schwangerschaftstest
In den Tagen darauf fing ich bereits mit der Suche nach entsprechenden Kinderbüchern zum Thema an und verliebte mich direkt in das Buch „Ich bin jetzt ein großer Bruder“. Ich, bzw. wir machten uns zu diesem Zeitpunkt allerdings nur wenig sorgen, dass Sprössling Nr.1 das Baby irgendwie doof finden könnte, war er doch auf dem Spielplatz und zu befreundeten Babys immer sehr liebevoll und fürsorglich. Seinem knapp 6 monate jüngeren Freund versuchte er sogar stets das Krabbeln beizubringen, gab ihm seine Spielsachen und war immer ganz traurig, dass dieser ihn garnicht so toll fand. Und auch eine kleine Puppe besaß er zu dem Zeitpunkt schon, um die er sich stets liebevoll kümmerte wenn nicht gerade anderes wichtiger oder interessanter war ;-) . Durch meine Ausbildung zur Trageberaterin hatte ich außerdem ja noch eine lebensechte Tragepuppe im Haus die ich irgendwann auch mit einbrachte. Und hier war dann auch zum ersten mal eine kleine Eifersucht zu erkennen. Sobald ich die Puppe umhertrug oder ins Tuch nahm, wollte Sprössling Nr.1 auch sofort in seine Trage oder auf meinem Arm. Aber das ganze war eher süß als bedrohlich. Mein Gedanke dahinter war einfach ihn schonmal an die Situation zu gewöhnen, dass ich bald jemand anderes ständig herumtragen werde und ich hatte die Hoffnung, dass er es so leichter hätte. Und so versuchte ich also immer mal wieder die Puppe mit in unseren Alltag einzubeziehen, indem ich sie stundenweise herumtrug, wir sie wickelten oder sie eben einfach nur in unserer Nähe rumlag. Der große fand es die meiste Zeit über ganz witzig und reagierte auf die Puppe auch tatsächlich ganz anders als z.b. auf seine kleine Kinderpuppe.

In der zweiten Schwangerschaft habe ich mir schon sehr früh eine Hebamme gesucht und auch dorthin kam mein großer fast immer mit. Unsere Hebamme war toll, sie bezog ihn immer mit ein und so durfte er bei Mama das Blutdruckgerät einschalten oder den Herzschlag vom kleinen Bruder erlauschen ^^ .

Und auch bei den Frauenarztterminen waren wir immer alle zusammen. Als dann der Bauch langsam anfing zu wachsen, erzählten wir ihm immer, dass da ein Baby drin sei und er bald ein Geschwisterchen bekommt. Er liebte es mir täglich meinen Bauch einzuschmieren, mein gott war das süß. Und irgendwann nannte er das Baby in meinem Bauch sogar beim Namen. Alles schien so perfekt, bis auf die üblichen Schwangerschaftswehwehchen, mit denen man sich eben so herumschlägt ;-) . Es schien so als wäre ich die einzige die hier plötzlich „Angst“ vor dem neuen Unbekannten bekam. Meine liebe zu Sprössling Nr.1 ist einfach so unendlich groß, dementsprächend auch unsere Bindung zueinander sehr innig, dass ich immer wieder höllische Angst davor bekam dieses zweite Kind nicht so lieben zu können. Aber ich fürchte, das ergeht vielen Müttern so, die ihr zweites Kind erwarten. Außerdem fragte ich mich natürlich auch immer wieder ob ich den Alltag mit nun zwei Kindern überhaupt meistern werde und was wenn nicht?

Auch über die erste Zeit Zuhause machten wir uns schon so unsere Gedanken. So war es besonders mir wichtig das wir in der ersten Zeit erstmal keinen Besuch empfangen, damit wir uns erstmal nur auf uns konzentrieren können. Timo hatte sich 4 Wochen Urlaub genommen und mit unserer Kinderärztin verabredeten wir, dass sie für die U2 zu uns nach Hause kommt. Meinem Wunsch nach einer ambulanten Geburt stand somit eigentlich nichts mehr im Wege ;-)

So rückte der Tag der Geburt allmählich immer näher und wir alle waren einfach nur noch mega gespannt und voller Vorfreude :)

Im zweiten Teil erzähle ich euch dann vom Tag der Geburt, der ersten Begegnung und der ersten, für mich sehr schweren Zeit. Ihr dürft gespannt bleiben. :)

 

fühlt euch umarmt

Mama Vegano

Share

Pin It on Pinterest

Share This